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Veranstaltungen

Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte veranstaltet – teils eigenständig, teils in Kooperation mit anderen Partnern – Fachtagungen und Workshops, die Probleme der neueren Geschichte sowie Grundfragen der Regionalgeschichte thematisieren.

Tagung "Varianten des Wandels. Neue Perspektiven auf die Region in der jüngsten Zeitgeschichte 1970-2020"

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat am Freitag (13.3.) wegen der Verbreitung der Corona-Infektionen sämtliche Veranstaltungen in allen seinen Einrichtungen ab sofort bis zum 17. April abgesagt. Das betrifft Tagungen, Führungen, Messen oder Vorträge in allen 18 LWL-Museen, 27 LWL-Kliniken, 35 LWL-Förderschulen und anderen LWL-Einrichtungen.

Aus diesem Grund wird auch die Tagung „Varianten des Wandels. Neue Perspektiven auf die Region in der jüngsten Zeitgeschichte 1970-2020“ des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte, die vom 18. bis 20. März 2020 in Münster stattfinden sollte, abgesagt. Es ist beabsichtigt, die Tagung im März 2021 nachzuholen.  

Termin: 18. bis 20. März 2020

Tagungsort: Plenarsaal des LWL-Landeshauses, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48147 Münster

Anmeldung: Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist begrenzt, wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 9. März 2020 telefonisch oder per E-Mail an: Monika Kestermann, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Karlstr. 33, 48147 Münster, Tel. 0251/591 5684 (Mo, Mi, Fr), E-Mail: monika.kestermann@lwl.org
Die Tagungsteilnahme ist kostenlos.

Regionen rücken zunehmend in den Fokus zeitgeschichtlicher Forschungen. Zentrale Themen sind z.B. Veränderungen in den Wirtschaftssektoren mit dem Niedergang der Montan- und Textilindustrie und der Ausweitung bzw. Privatisierung von Dienstleistungen. Hinzu kommen die sich verstärkende Arbeitsmigration, die Wirkungen des Kalten Krieges vor Ort, die Orientierung an angloamerikanischer Kultur und Gegenkultur sowie neue soziale Leitbilder und Konsumpraktiken. Wenig behandelt sind demgegenüber die nahezu alle Lebensbereiche erfassende Digitalisierung und die Individualisierung von Lebensstilen. Sie lassen lassen sich am Wandel von Arbeitswelten und die Sozialpolitik vor Ort weiterverfolgen sowie an regionalen Ökologieprojekten, Formen der Freizeitgestaltung und nachlassenden Kirchen-, Milieu- oder Vereinsbindungen. Umgekehrt entstanden – im Bereich der Populärkultur durch Massenevents und Hypes sowie schließlich durch die Sozialen Medien − neue Formen des Kollektiven auch im Regionalen.

Diese und weitere Entwicklungen stehen im Fokus der Tagung, die eine erste Bestandsaufnahme zur Regionalgeschichte als jüngster Zeitgeschichte bietet und gesellschaftliche Entwicklungen seit den 1970er Jahren in den Blick nimmt. Die Referentinnen und Referenten spüren dem Wandel von Regionalität seit dieser Zeit nach und regen zu Vergleichen auf mittlerer Ebene an. So ist etwa danach zu fragen, inwiefern sich regionale Strukturen in den vergangenen Jahrzehnten abschliffen, die Regionen also „konvergenter“ und „transnationaler“ wurden – oder welche regionalen Signaturen der ersten Jahrhunderthälfte erhalten blieben. Welche regionalen Aneignungen globaler Prozesse und Wechselwirkungen zwischen regionaler und nationaler Ebene lassen sich beobachten? Und wie reagierten die Menschen vor Ort auf die anhaltenden Veränderungsprozesse?

Programm

Mittwoch, 18. März 2020

12.30-13.00

Ankunft und Erfrischungen

13.00-13.30

Matthias Frese/Thomas Küster/Malte Thießen: Begrüßung und Einführung, Organisatorisches

13.30-15.30

Sektion 1: Europäische Integration und Kalter Krieg − Aushandlungsprozesse zwischen Supranationalität und Standortsicherung (Moderation: Martina Steber)

Christian Henrich-Franke: Nordrhein-Westfalen im europäischen Mehrebenensystem

Thomas Küster: Kalter Krieg, Truppenabzug und lokale Agenda. Die Beziehungen zwischen Zivilgesellschaft und britischem Militär in der Bundesrepublik

Claudia Kemper: Bomben auf Brunsbüttel. Globale Kritik und regionaler Widerstand während des Kalten Krieges

Kaffeepause

16.00-18.00

Sektion 2: Soziale Reformen und ihre Nachwirkungen (Moderation: Winfried Süß)

Stefan Paulus: Bildungsreform und Akademisierung in regionaler Perspektive

Nicole Kramer: Geographien der Pflege. Regionale Perspektiven auf den Wandel des Sozialstaats

Nadja Hendriks: „Auch unsere Stadt ist keine Insel der Seligen“ – Diskussionen um Ressourcenendlichkeit und Umweltverschmutzung in bayerischen Kommunen seit 1970

Gemeinsames Abendessen

Donnerstag, 19. März 2020

9.00-11.00

Sektion 3: Old und New Economy − Neue Cluster und Arbeitswelten (Moderation: Lutz Raphael)

Thomas Schlemmer: Bündnisse für Arbeit und Beziehungen zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Landesregierungen in NRW und Bayern

Marijn Molema: Von der Idee zur Praxis. Ein Vergleich von endogenen Entwicklungsstrategien in europäischen Regionen 1980-2020

Karl Christian Führer: Modernisierung der Landwirtschaft am Beispiel der Fleischproduktion und -vermarktung – bunter besonderer Berücksichtigung der Region Westfalen

Kaffeepause

11.30-12.45

Julia Paulus: „Reservearmee“ – „Manövriermasse“ – „Problemgruppe“: Gleich(e)Stellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und in der Berufsausbildung

Manuela Rienks: Ausnahmen bestätigen die Regel. Debatten um den Ladenschluss in Bayern 1970-1990 und der Stellenwert von Verkäuferinnen im Einzelhande

Mittagspause

13.30-15.30

Sektion 4: Zwischen „Schmelztiegel“ und entleerten Räumen − Demographie – Mobilität – Migration (Moderation: Kirsten Heinsohn)

David Templin: Von „Ausländerkonzentrationen“ und „Schlafstädten“. Immigration, Suburbanisierung und Gentrifizierung in Hamburg und seinem Umland seit den 1970er Jahren

Jens Gründler: Migration. Wohnen und „Integration“ im ländlichen Raum 1975-2000

Sara-Marie Demiriz: „Gastarbeiter“-Migration in Westfalen. Bildung und Arbeit als Motoren betrieblicher und gesellschaftlicher Teilhabe

Kaffeepause

16.00-18.00

Sektion 5: Computerisierung und digitale Infrastrukturen (Moderation: Frank Bösch)

Malte Thießen: Wie kommt die Digitalisierung in die Region? Perspektiven einer Digitalgeschichte in der Erweiterung

Christian Berg: Die Entstehung eines Clusters der Informationstechnologie – Fallstudie Nixdorf und Paderborn

Martin Schmitt: Von der Region in die Republik? Regionen in der Digitalisierung der Kreditwirtschaft Deutschlands am Beispiel der Sparkassen 1961-1991

Gemeinsames Abendessen

Freitag, 20. März 2020

9.00-11.00

Sektion 6: Communities, Milieus und neue Lebensstile in der Region − Das Ende der Konformität? (Moderation: Thomas Großbölting)

Sarah Thieme: Religiöser und industrieller Wandel im Ruhrgebiet als Herausforderung für das Bistum Essen

Philipp Koch: Stadtgesellschaft und Milieus im Zeitalter der Singularitäten: Das Beispiel Minden

Matthias Frese: Städtereisen und regionaler Tourismus als Strukturpolitik und Konsum in NRW

Kaffeepause

11.30-13.00

Sektion 7: Theorien und Deutungen: Impulsreferate/Abschlussdiskussion (Moderation: Malte Thießen)

Andreas Wirsching: Bedeutung des Ost-West-Konfliktes und seines Endes

Lutz Raphael: Dynamiken und Grenzen des Wandels „nach dem Boom“: regionale Befunde

Sabine Mecking: Fragen der Konvergenz: Stärkung oder Schwächung regionaler Muster und Strukturen?

ca. 13.00 Ende der Tagung

Workshop "Regionalität und Globalität in der jüngsten Zeitgeschichte Europas. Vermessung eines neuen Forschungsfeldes"

Termin: 12. und 13. September 2019
Tagungsort: Institut für Zeitgeschichte, Leonrodstraße 46 b, 80636 München
Veranstalter: Christian Rau, Thomas Schlemmer, Martina Steber (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin), Malte Thießen (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster), Kirsten Heinsohn (Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg)

Am Workshop interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler melden sich bitte unter glokal@ifz-muenchen.de bis zum 2. September 2019 an.

Programm

Donnerstag, 12. September 2019

13.30–14.00 Uhr: Ankunft und Erfrischungen

14.00–14.30 Uhr: Begrüßung und Einführung

14.30–18.00 Uhr: Sektion 1 – Globalisierungen. Das 19. und 20. Jahrhundert im Dialog

Moderation: Anette Schlimm (München)

14.30–16.00 Uhr
Geert Castryck (Leipzig): Europa – Afrika hin und zurück. Imperialismus, Kolonialismus und globale Neuverräumlichungen seit dem 19. Jahrhundert

Bernhard Gissibl (Mainz): Rewilding Europe. Zur Rekonfiguration europäischer Natur im Anthropozän

Kommentar: Martin Rempe (Konstanz)

16.00–16.30 Uhr: Kaffee & Tee

16.30–18.00 Uhr

Roland Wenzlhuemer (München): Diskonnektivität in Globalisierungsprozessen

Bernhard Schär (Zürich): (Dis-)Connected. Die Familie Wyrsch zwischen Nidwalden und Borneo, ca. 1825–1875

Kommentar: Stefan Scheuzger (Bern)

18.00–19.00 Uhr: Imbiss

19.00–21.00 Uhr: Podiumsdiskussion – Globalisierung. Vom Nutzen und Nachteil eines For­schungs­konzepts

Moderation: Kiran Klaus Patel (Maastricht)

Podium: Malte Thießen (Münster) – Angelika Epple (Bielefeld) – Benno Werlen (Jena) – Martina Steber (München)

Freitag, 13. September 2019

9.00–12.00 Uhr: Sektion 2 – Urbane Räume. Stadt und Globalität

Moderation: Dieter Schott (Darmstadt)

9.00–10.15 Uhr

Christian Rau (Berlin): Global City: Historische Perspektiven auf ein sozialwissenschaftliches Konzept

Susanne Schregel (Köln): Thesen zu Raum und Skalierung in sozialen Bewegungen

Kommentar: Arndt Neumann (Hagen)

10.15–10.45 Uhr: Kaffee & Tee

10.45–12.00 Uhr

Christoph Strupp (Hamburg): Hafenstädte. Tore zur Welt zwischen Mythos und Realität

Christoph Kalter (Berlin): Lissabon in der Welt. (Post-)Imperialismus, Migration und Tourismus

Kommentar: Lasse Heerten (Bochum)

12.00–13.00 Uhr: Mittagessen in der Cafeteria

13.00–16.00 Uhr: Sektion 3 – Regionalität und globale Verflechtung

Moderation: Martin Knoll (Salzburg)

13.00–14.15 Uhr

Andrea Rehling (Augsburg): Das Spiel der Ebenen im UNESCO Welterbeprogramm

Thomas Küster und Matthias Frese (Münster): Die Region als Handlungs- und Erfahrungsebene. Globale Perspektiven in der Methodik der regionalen Zeitgeschichte

Kommentar: Thomas Schlemmer (München)

14.15–14.45 Uhr: Kaffee & Tee

14.45–16.00 Uhr

Andreas Wirsching (München): Deindustrialisierung und Globalisierung – Nullsummenspiel oder Abstieg?

Martina Steber (München): Boomregionen. Überlegungen zu räumlichen Dynamiken seit den 1970er Jahren

Kommentar: Bernhard Löffler (Regensburg)

16.00–16.30 Uhr: Schlussdiskussion

Moderation: Kirsten Heinsohn (Hamburg)

Tagung "Das Ende der Anstalt? Stationäre Großeinrichtungen, öffentliche Kritik und Deinstitutionalisierung seit den 1970er Jahren"

Termin: 14. und 15. März 2019
Tagungsort: Plenarsaal im LWL-Landeshaus, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48147 Münster
Anmeldeschluss: 7. März 2019
Veranstalter: Franz-Werner Kersting, Marc von Miquel, Wilfried Rudloff und Malte Thießen

Seit den 1960er Jahren standen Anstalten zunehmend in der Kritik: Sie galten als starres Instrument der Sozialpolitik, als „totale Institutionen“ und Widerspruch zu zeitgemäßen Lebensformen. „Deinstitutionalisierung“ lautete das neue Paradigma. Der gesellschaftliche Umgang mit Hilfebedürftigen und „Randgruppen“ sollte nicht länger der Eigenlogik eines „ghettoisierenden“ Systems folgen, sondern individuellen Bedürfnissen, Rechten und Ansprüchen der Betroffenen Rechnung tragen. Seither entwickelten sich offene, integrative, gemeindenahe und selbstbestimmte Hilfeangebote und -formen.

Die Tagung spürt dieser Geschichte der Deinstitutionalisierung auf unterschiedlichen sozialen Feldern nach. Die Referentinnen und Referenten fragen nach den Entstehungsbedingungen, Widersprüchen und Beharrungskräften. Schließlich war der grundlegende Wandel keine konfliktfreie Erfolgsgeschichte. Reformbedarf und -impulse trafen bei den Sozialleistungs- und Einrichtungsträgern nicht selten auf Verdrängungsängste und Widerstände. Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben musste von den Betroffenen erst erstritten werden.

Der Wandlungsprozess wird durch einen multiperspektivischen Zugriff analysiert. Aus einer politik-, sozial- und kulturgeschichtlichen Perspektive sowie im regionalen und transnationalen Vergleich nehmen die Vortragenden die Heimerziehung und Jugendhilfe, die Versorgungsstrukturen für Menschen mit Behinderungen, das Feld der Psychiatrie sowie den Umgang mit Strafgefangenen und Suchterkrankten in den Blick. Damit bietet die Tagung erstmals einen systematischen Überblick und die Gelegenheit für einen Austausch über die Frage nach dem „Ende der Anstalt“ seit den 1970er Jahren.

Der 52. Deutsche Historikertag

Vom 25. bis zum 28. September fand der 52. Deutsche Historikertag in Münster statt. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte beteiligte sich mit einer Sektion und der Initiative „Geschichte vor Ort. Forschung und Beruf in Westfalen“ an dem Kongress.

 

Sektion, Donnerstag, 27. September, 11 bis 13 Uhr

Malte Thießen, Thomas Köhler (Sektionsleitung)

„Man kennt sich“ – Verflechtungen und Verwerfungen zwischen Niederländern und Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert

Die deutsch-niederländischen Beziehungen changierten im 19. und 20. Jahrhundert zwischen regionalen Verbindungen einerseits und nationalen Verwerfungen andererseits. Die Folgen der deutschen Okkupation im Zweiten Weltkrieg haben Narben in beiden Gesellschaften hinterlassen. Vor 1933 und nach 1945 bestanden hingegen gewachsene gesellschaftliche und wirtschaftliche Verknüpfungen, für die exemplarisch die offene „grüne“ Grenze zwischen Westfalen und den niederländischen Provinzen steht. Die Sektion spürt der Geschichte dieser Beziehungen in transregionaler Perspektive nach und fragt nach den Voraussetzungen, Formen und Folgen sozialer, ökonomischer und nationaler Spaltungen und Gemeinsamkeiten. Kurz gesagt nutzen die Referenten „gespaltene Gesellschaften“ als analytische Sonde, um verflechtungsgeschichtliche Ansätze zu erweitern und Konstrukten von Selbst- und Fremdbildern nachzuspüren. Verwerfungen und Verflechtungen werden in drei Perspektiven nachgespürt. Erstens geht es um die Erkundung von Identitäten und Teilidentitäten. „Gespaltene Gesellschaften“ sind wie funktionierende Beziehungen nicht nur auf nationale Kontexte zurückzuführen. Mindestens ebenso prägend sind regionale und lokale Identitätsentwürfe. Spaltungen erscheinen in mikrohistorischer Perspektive so mitunter gravierender als in makrohistorischer Perspektive nationale Gegensätze. Andererseits lassen sich erstaunlich gute Beziehungen zwischen Niederländern und Westfalen selbst in Krisen- und Kriegszeiten feststellen. Fokussiert wird zweitens das Wechselspiel von Verwerfungen und Verflechtungen. In Gronau sorgten die Beziehungen zwischen niederländischen Unternehmern und westfälischen Stadteliten für Konflikte mit niederländischen und deutschen Arbeitern. Die ambivalenten Beziehungen der deutschen und niederländischen Polizei wirkten sich tabuisierend über 1945 aus. Im Tourismus wurden durch die NS-Zeit hervorgerufenen Verwerfungen aus Marketinggründen ausgeblendet. Nicht zuletzt machen die Referenten auf spezifische Räume der Spaltung und Begegnung aufmerksam. Im öffentlichen Raum, aber auch in konstruierten Räumen wie „Bandengebieten“ und „Erholungsräumen“ schlagen sich Verwerfungen und Verflechtungen wie unter einem Brennglas nieder.

Zum Sektions-Programm

 

Geschichte vor Ort. Forschung und Beruf in Westfalen

„Geschichte vor Ort. Forschung und Beruf in Westfalen“ ist eine Initiative von universitären und außeruniversitären Einrichtungen aus Münster. Alle eint die Tätigkeit in den Geisteswissenschaften. Das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm gibt einen Einblick in die Arbeitsschwerpunkte der einzelnen Institutionen.

Zum Programm

Tagungen "Willkommenskulturen? Re-Aktionen der Aufnahmegesellschaften auf Flucht und Vertreibung im Vergleich (1945-1955)"

Termin: 14. und 15. Dezember 2017

Tagungsort: Warendorferstraße 21-23, Raum 324, 48145 Münster

Anmeldeschluss: 1. Dezember 2017

Veranstalter: Matthias Frese, Julia Paulus

Die Tagung „Willkommenskulturen? Re-Aktionen der Aufnahmegesellschaften auf Flucht und Vertreibung im Vergleich (1945-1955)“ möchte an konkreten lokalen und regionalen Beispielen die – im hohen Maße über Ego-Dokumente vermittelte – Erinnerungsgeschichte von (Re-)Emigration, Flucht, Vertreibung, Rückkehr und Exil in der Nachkriegszeit in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen.

Wie einschlägige Studien zum Thema bereits gezeigt haben, war der Integrationsprozess der ‚Neubürger‘ von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Neben der Politik der jeweiligen Besatzungsmacht, der Frage, wie die Zwangsmigranten selbst mit ihrer schwierigen Situation umgingen, hing der Erfolg vor allem auch von der Haltung der Einheimischen gegenüber den Neuankömmlingen ab. In Form eines ‚Perspektivenwechsels‘ möchten wir die Erfahrungen der ortsansässigen Aufnahmegesellschaft in den Fokus stellen.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen Beiträge, die die Probleme des Aufeinandertreffens aus dem Blickwinkel der ansässigen Bevölkerung thematisieren und die gängigen Narrative zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen prüfen.

Diese Tagung ist eingebunden in das Forschungsprojekt „(Nach-)Kriegsgesellschaften in Westfalen (1938-1948)“, das sich mit den gesellschaftlichen Entwicklungen, den Lebensverhältnissen und den Wahrnehmungen des NS-Regimes, von Kriegs- und Nachkriegszeit beschäftigt.

Tagung "Erinnerung, Ehrung, Politik. Zum Umgang mit Ehrungen und Erinnerungen nach 1945"

Münster, 21./22. April

Veranstalter: Matthias Frese, Marcus Weidner

Erinnerung, Ehrung, Politik beschreiben einen Spannungsbogen, der viele Auseinandersetzungen um Gedenkstätten, Denkmäler, Erinnerungsplätze und Namensgeber von Preisen, Gebäuden oder Straßen kennzeichnet. Diese "Erinnerungsmedien" verweisen auf die Zeit ihrer Einrichtung und auf die Erinnerungsziele der Gruppen und Institutionen, die eine solche Gedenkstätte, ein Denkmal oder eine Benennung durchsetzen. Zugleich dominieren sie das offizielle Gedächtnis einer Stadt oder einer Organisation. Änderungen und Zusätze, die durch Umwidmungen oder Neuausrichtungen hervorgerufen werden, greifen in dieses offizielle Gedächtnis ein und spiegeln die aktuelle Vergangenheitspolitik wider. Sowohl an der bisherigen Ausgestaltung von Erinnerung als auch an der Neuausrichtung entzünden sich häufig vehemente Konflikte innerhalb der Stadtgesellschaft oder zwischen beteiligten Gruppen.

Die Tagung beschäftigt sich in drei Sektionen mit Beispielen von lokalen und regionalen Vorgängen in Westfalen und im Vergleich mit anderen Städten und Regionen seit 1945. Im Zentrum stehen zunächst Diskussionen um die Gestaltung von Denkmälern und von Gedenkorten. Anschließend werden Auseinandersetzungen um einzelne Personen untersucht, die mit Ehrenbürgerschaften, Skulpturen, Erinnerungstafeln oder Stolpersteinen und als Namensgeber von Preisen und öffentlichen Einrichtungen geehrt wurden oder deren vorliegende Ehrungen aberkannt werden sollen. Schließlich werden die Konflikte um die beabsichtigten und durchgeführten Straßenumbenennungen der jüngsten Zeit am Beispiel von drei Städten behandelt, in denen die Straßennamen einer umfangreichen Überprüfung unterzogen wurden. Dort werden neben den beteiligten Akteuren, Abläufen und Ergebnissen insbesondere die Rolle und der Einfluss der externen, häufig geschichtswissenschaftlichen Beratung thematisiert.

Die Tagungsbeiträge werden in überarbeiteter und erweiterter Fassung in einem Sammelband veröffentlicht.

Zur Pressemitteilung "Nichts zu sehen - nichts geschehen? LWL-Vortrag und Tagung zum Umgang mit Erinnerungen nach dem Zweiten Weltkrieg"

Veranstaltungen von 2000 bis 2015

Detmold
09.05.2015:
  Zwangsarbeit in Westfalen - Projekte und Initiativen

Münster
23.06.2015:
(Nach-)Kriegsgesellschaften 1938-1948
Zeitzeugenschaft und mündliche Erinnerung 

Münster
01.10.2015:
Symposium "100 Jahre Westfälischer Heimatbund"

Münster
04.12.2015:
Misshandlungen von Schutzbefohlenen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Aufarbeitung und Erinnerung

Landeshaus Münster
15.05.2014:
Psychiatrie in der Gesellschaft. Historische Anamnese und aktueller Befund

Landeshaus Münster
02.07.2014:
Tourismusüberlieferung als historische Quelle - Touristiker, Archive und Forschung im Diskurs

Münster
16.-17.12.2014:
Neue soziale Bewegungen in der ‚Provinz‘ (1970 – 1990)

LWL-Medienzentrum für Westfalen
09.04.2013:
Visual History - Ein Konzept ohne Methode?
Probleme des Zugangs und der Nutzung audiovisueller Quellen in der Geschichtswissenschaft

Landeshaus Münster
29.-30.11.2013:
Die vielen Gesichter des Konsums 1850-2000

Gut Havichhorst, Münster-Handorf
25.-26.10.2012:
  Stadt-Land-Beziehungen im 20. Jahrhundert

Münster
12./13.05.2011:
Medien des begrenzten Raumes:
Regional- und landesgeschichtliche Zeitschriften im 19. und 20. Jahrhundert

Münster
12.07.2011:
Fragwürdige Ehrungen!?
Straßennamen als Instrument von Geschichtspolitik und Erinnerungskultur

Saarbrücken
18.-20.03.2010:
2. Workshop "Stadt-Land-Beziehungen im 20. Jahrhundert"

Gelsenkirchen
7.-9.10.2010:
Vom bürgerlichen Erziehungs- und Bildungsideal
zum Standortfaktor in der Städtekonkurrenz.
Kultur und Kulturpolitik in den Städten der Bundesrepublik 1945-2010

Münster               
25.-26.11.2010:  Menschen und öffentliche Verwaltung im 20. Jahrhundert“

Enschede
2009: 1. deutsch-niederländisches Symposium zur Adelsgeschichte

Münster
2009:
Die biografische Methode in der Regionalgeschichte

Münster-Handorf
2008:
Agrarökonomie, Marktintegration und ländliche Gesellschaft in Westfalen im 19. Jahrhundert

Kiel
2008:
Kommunale Gebiets- und Funktionalreformen in der Bundesrepublik in historischer und aktueller Perspektive (zusammen mit der Freiherr-vom-Stein Gesellschaft e.V. und der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf)

Soest
2007:
Räume - Grenzen - Identitäten. Westfalen als Gegenstand landes- und regionalgeschichtlicher Forschung (zusammen mit der Historischen Kommission und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster)

Münster
2006:
Fürsorge - Vorsorge - staatliche Gewalt (Workshop) (zusammen mit dem Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung, Regionalgruppe NRW)

Dortmund
2005:
Das Ruhrgebiet in Rheinland und Westfalen während des 19. und 20. Jahrhunderts (zusammen mit dem Institut für soziale Bewegungen)

Münster
2005:
Gesellschaftlicher Wandel im Jahrhundert der Politik. Die Jahre 1920-1960 in vergleichender Perspektive (zusammen mit dem Institut für soziale Bewegungen)

Bielefeld
2004:
Ehrenamt und Mäzenatentum - Grundlagen der Zivilgesellschaft im historischen Wandel (Workshop) (zusammen mit Stefan Gorißen/Universität Bielefeld)

Münster
2003:
Kommunale Gebietsreform in der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er und 1970er Jahren (Workshop)

Münster
2001:
Psychiatriereform als Gesellschaftsreform

Münster
2001:
Zum Verhältnis von Geschlechterforschung und Regionalgeschichte (Workshop)

Münster
2001:
Neuere Forschungen zur Konsumgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (Workshop)

Münster
2000:
Landwirtschaft und Umwelt in Westfalen vom 18. bis 20. Jahrhundert

Münster
2000:
Die 1960er Jahre als Wendezeit der Bundesrepublik

Veranstaltungen von 1980 bis 1999

Bielefeld 1998
Regionalgeschichte in Europa. Gemeinsame Probleme, interdisziplinäre Ansätze und nationale Traditionen (zusammen mit dem Zentrum für interdisziplinäre Forschung)

Münster 1998
Frauen- und Geschlechtergeschichte in der Region

Dortmund 1997
Verkehr und Region (zusammen mit dem Westfälischen Wirtschaftsarchiv)

Münster 1996
Kommunen und Unternehmen seit 1918. Wechselwirkungen zwischen öffentlicher und privater Wirtschaft (zusammen mit dem Arbeitskreis für kritische Unternehmens- und Industriegeschichte)

Münster 1996
Wohlfahrtspflege in der Region. Westfalen-Lippe im historischen Vergleich (1890-1990)

Münster 1996
Psychiatrie in Westfalen - Erblasten und Neuorientierungen (zusammen mit der Westfälischen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V.)

Münster 1996
Neues im Westen. 50 Jahre Nordrhein-Westfalen (Vortragsreihe zusammen mit dem Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität)

Münster 1994
Politische Zäsuren und gesellschaftliche Modernisierung im 20. Jahrhundert in regionaler und vergleichender Perspektive

Hagen/ Wetter 1993
Bürgerlichkeit zwischen gewerblicher und industrieller Wirtschaft. Kolloquium zum 200. Geburtstag von Friedrich Harkort (zusammen mit dem Westfälischen Wirtschaftsarchiv)

Münster 1993
Jugend zwischen Hitler- und Nachkriegsdeutschland (zusammen mit dem Arbeitskreis "Historische Jugendforschung")

Münster 1992
Frauen- und Geschlechtergeschichte (Ringvorlesung zusammen mit dem Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität)

Münster 1991
Industrialisierung und Arbeiterschaft in Leinen- und Baumwollregionen West- und Mitteleuropas

Münster 1991
Nach Hadamar. Zum Verhältnis von Psychiatrie und Gesellschaft in der Moderne

Münster 1990
Westfalen und Preußen. Integration und Regionalismus

Witten 1988
Jüdisches Leben in Westfalen. Dokumentation und Forschung, Probleme und Aufgaben

Münster 1986
Selbstverwaltungsprinzip und Herrschaftsordnung. Bilanz und Perspektiven landschaftlicher Selbstverwaltung in Westfalen