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Friseurmeister, Pfleger und Amateurfotograf

Karl-Josef Klucken (9.11.1927-3.4.2010)

Nach dem Besuch der Volksschule begann der in Warstein-Suttrop geborene Karl-Josef Klucken ab 1942 zunächst eine Ausbildung zum Friseur, zwischenzeitlich unterbrochen von Reichsarbeitsdienst, Militärdienst bei der Wehrmacht und amerikanischer Gefangenschaft. Nach Ablegung der Meisterprüfung machte sich Karl-Josef Klucken 1953 mit einem eigenen Salon im sauerländischen Dorf Welschen Ennest selbstständig.

Eine Chemikalien-Unverträglichkeit zwang ihn 1955 zur Aufgabe des Geschäfts. Karl-Josef Klucken bewarb sich beim Westfälischen Landeskrankenhaus (WLK) Warstein erfolgreich um eine Ausbildungsstelle zur psychiatrischen Pflegekraft.

Am WLK Warstein legte der Quereinsteiger Karl-Josef Klucken 1957 die hauseigene „Irrenpfleger“-Prüfung ab. 1962 folgte das inzwischen obligatorische staatliche Examen als „Krankenpfleger“. In der Folgezeit stieg er nach und nach bis in den leitenden Pflegedienst auf. 1990 ging er in den Ruhestand.

Karl-Josef Klucken war gleichzeitig begeisterter Amateurfotograf. Diesem Hobby ging er auch auf dem großen parkähnlichen Gelände sowie in der Verwaltung, den Krankenabteilungen, Wirtschaftsbetrieben und Personalquartieren der Klinik nach. Karl-Josef Klucken wurde zum visuellen Chronisten der Einrichtung und ihrer Geschichte. Häufige Motive bilden das jährliche Schützenfest, Amtseinführungen, Dienstjubiläen, der Bau oder die Inbetriebnahme neuer Gebäude sowie die Arbeits- und Beschäftigungstherapie. Karl-Josef Kluckens Aufnahmen sind in der Regel positiv und freundlich gestimmt.

Anders seine hier gezeigte – im Auftrag des Klinikdirektors Dr. Eberhard Kluge produzierte – Fotoserie von 1970/71: Der Fokus ist psychiatriekritisch und liegt auf der materiellen Kultur, auf Objekten und Räumen, als Spiegelbild der „brutalen Realität“ der damaligen ‚Fürsorge‘ für psychisch Kranke.

Pfleger und Amateurfotografen Karl Klucken Foto: Archiv LWL-Klinik Warstein